Rebalancing-Regel (5-Prozent-Bänder)
Die Rebalancing-Regel: Setze dein Portfolio auf die Zielgewichtung zurück, sobald eine Anlageklasse mehr als 5 Prozentpunkte von ihrer Quote abweicht — oder mindestens einmal jährlich. Bei Ziel 70/30 heisst das: Handeln bei 75/25 oder 65/35.
📐 Die Regel: Rebalancen ab ±5 Punkten oder 1×/Jahr
Rechenbeispiel
| Position | Wert |
|---|---|
| Ziel: 70 % Aktien / 30 % Obligationen+Cash | |
| Nach Börsenrally: 76 / 24 | → rebalancen |
| Sparrate 3 Monate in den Nicht-Aktien-Teil | statt Verkauf |
| Nach Crash: 63 / 37 | → Aktien nachkaufen — antizyklisch |
Warum die Regel funktioniert
Rebalancing erzwingt das, was psychologisch am schwersten fällt: verkaufen (oder untergewichten), was gerade gestiegen ist, und kaufen, was gefallen ist — regelbasiert statt bauchgesteuert. Ohne Regel driftet ein 70/30-Depot in einem langen Bullenmarkt auf 85/15 und trägt im nächsten Crash ein Risiko, das nie so gewählt wurde. Die 5-Punkte-Bänder sind der gute Kompromiss zwischen Disziplin und Aktionismus: selten genug, um Kosten und Steuern klein zu halten, eng genug, um das Risikoprofil zu wahren. In der Ansparphase geht es am elegantesten ohne Verkäufe: Die monatliche Sparrate fliesst einfach in die untergewichtete Klasse («Cashflow-Rebalancing»).
Wo die Regel bricht
Bei kleinen Depots ist sie Overkill — unter etwa CHF 50'000 erledigt die Sparraten-Steuerung das Rebalancing praktisch allein, und ein All-in-One-Produkt (Weltportfolio-ETF mit fixer Quote, Strategiefonds, rebalancierende 3a) macht die Regel ganz überflüssig. Wer häufiger als nötig rebalanct, produziert Courtagen und in manchen Konstellationen Steuerfolgen ohne Mehrwert — Studien zeigen kaum Renditeunterschiede zwischen jährlich und quartalsweise, aber klare Kostenunterschiede. Und die Regel schützt nicht vor dem falschen Ziel: Wer bei 70/30 im Crash nicht schlafen kann, hat kein Rebalancing-Problem, sondern eine zu hohe Aktienquote — dann Quote anpassen, nicht die Bänder.
Sparrate als Rebalancing-Werkzeug
BudgetHub zeigt, wie viel frisches Geld monatlich investierbar ist — das eleganteste Rebalancing läuft über die Sparrate.
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Rebalancen zwischen was genau?
Zwischen den Hauptklassen (Aktien / Obligationen+Cash, ggf. Immobilienfonds, Gold) — nicht zwischen einzelnen Ländern-ETFs im Wochentakt. Je gröber die Ebenen, desto robuster die Regel.
Was ist mit Steuern beim Verkaufen?
Private Kapitalgewinne sind in der Schweiz steuerfrei — Verkäufe zum Rebalancen sind hier steuerlich entspannter als in fast jedem Nachbarland. Kosten entstehen über Courtagen und Geld-Brief-Spannen: auch deshalb Nachkaufen vor Verkaufen.
Gehört die Pensionskasse ins Rebalancing?
Als konzeptioneller sicherer Block ja — wer PK und 3a mitdenkt, hält im freien Depot bewusst mehr Aktien und rebalanct das Gesamtbild. Praktisch rebalancierst du nur, was du selbst steuerst: Depot und Wertschriften-3a.
Leutrim Miftaraj
Gründer · Innopulse Consulting GmbH
Unternehmer und Finanzbildungs-Enthusiast. Gründer von BudgetHub und dem Budgetwissen-Netzwerk. Ziel: Schweizer Finanzwissen verständlich machen — für alle.
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