5-Prozent-Einzelpositions-Regel
Die 5-Prozent-Einzelpositions-Regel: Keine einzelne Aktie — und generell keine Wette auf ein einzelnes Unternehmen oder Spekulationsobjekt — sollte mehr als 5 % deines Gesamtdepots ausmachen. Der breite Weltmarkt-Kern bleibt bei 80–90 %.
📐 Die Regel: Einzelposition ≤ 5 % · Spielgeld gesamt ≤ 10–20 %
Rechenbeispiel
| Position | Wert |
|---|---|
| Depot CHF 200'000 | |
| Max. pro Einzelaktie (5 %) | CHF 10'000 |
| Satellit gesamt (15 %) | CHF 30'000 |
| Kern Welt-ETF (85 %) | CHF 170'000 |
Warum die Regel funktioniert
Einzelaktien tragen ein Risiko, das der Markt nicht entschädigt: Das Unternehmensrisiko lässt sich durch Streuung fast gratis eliminieren — wer es trotzdem konzentriert hält, trägt Verlustpotenzial ohne systematische Mehrrendite. Die Statistik ist brutal: Die Mehrheit aller Einzelaktien underperformt langfristig den eigenen Gesamtmarkt; die Indexrendite stammt von wenigen Ausnahmetiteln, die vorher niemand zuverlässig erkennt. Die 5-Prozent-Regel erlaubt trotzdem das, was Spass macht und Lernen ermöglicht — Überzeugungswetten, das Heimwerker-Portfolio, den Tech-Zock — aber in einer Dosis, bei der auch ein Totalverlust den Lebensplan nicht berührt.
Wo die Regel bricht
Der häufigste Schweizer Regelbruch passiert unbemerkt: Mitarbeiteraktien und -optionen. Wer beim Arbeitgeber 30 % des Vermögens hält, hat Lohn UND Depot auf dieselbe Firma gewettet — genau das Klumpenrisiko, das die Regel verhindern soll; verkaufbare Tranchen gehören systematisch diversifiziert, Steuerfristen hin oder her. Zweite Grauzone: Krypto und andere Hochvolatilitäts-Assets — dort ist eher die Gesamt-Satellitengrenze (10–20 %) die relevante Zahl als die 5 % pro Position. Und für Winzdepots ist die Regel sinnlos streng: Bei CHF 5'000 sind 5 % gleich CHF 250 — dort gilt schlicht: erst den ETF-Kern bauen, Einzeltitel später.
Klumpenrisiken sichtbar machen
BudgetHub zeigt deine Vermögensstruktur über alle Konten — Klumpen erkennt man nur im Gesamtbild.
BudgetHub kostenlos starten →Häufige Fragen
Zählt der Nestlé-/Roche-Anteil im Schweizer Index-ETF mit?
Nein — innerhalb eines breiten ETF ist die Konzentration Teil der Marktabbildung. Aber Achtung beim SMI: Drei Titel dominieren ihn stark; wer nur SMI hält, verletzt den Geist der Regel. Weltweit streuen löst beides.
Was mache ich mit einer gewachsenen 15-%-Position?
Tranchenweise abbauen (steuerfrei bei Privatvermögen) und in den Kern umschichten — z. B. über 6–12 Monate, um den Timing-Stress zu nehmen. «Gefühlsverkäufe» am Stück braucht es nicht, einen Plan schon.
Ist Stockpicking damit verboten?
Nein — budgetiert: Der 10–20-%-Satellit ist dein ehrliches Spielfeld. Wer dort nach fünf Jahren den Welt-ETF schlägt, darf stolz sein; die Mehrheit lernt dort günstig, warum der Kern der Kern ist.
Leutrim Miftaraj
Gründer · Innopulse Consulting GmbH
Unternehmer und Finanzbildungs-Enthusiast. Gründer von BudgetHub und dem Budgetwissen-Netzwerk. Ziel: Schweizer Finanzwissen verständlich machen — für alle.
Mehr erfahren →