Notgroschen-Regel für Selbstständige
Für Selbstständige gilt eine grössere Notgroschen-Faustregel als für Angestellte: 6–12 Monatsausgaben als Reserve, weil das Einkommen schwankt und keine Arbeitslosenversicherung greift. Dazu kommen separate Rückstellungen für Steuern und AHV-Beiträge, die nachträglich in Rechnung gestellt werden.
📐 Die Regel: 6–12 Monatsausgaben Reserve + Steuer-/AHV-Rückstellung
Rechenbeispiel
| Position | Wert |
|---|---|
| Monatsausgaben privat (Beispiel) | CHF 4'500 |
| Notgroschen 8 Monate | CHF 36'000 |
| Steuer-Rückstellung | laufend zurücklegen |
| AHV-Rückstellung | laufend zurücklegen |
Warum die Regel funktioniert
Selbstständige tragen mehr Einkommensrisiko als Angestellte: Aufträge schwanken, Kunden zahlen verspätet, und es gibt keine Arbeitslosenversicherung als Auffangnetz. Deshalb braucht es einen grösseren Notgroschen (6–12 Monatsausgaben statt 3–6), um Auftragsflauten, ausbleibende Zahlungen oder Krankheit zu überbrücken. Besonders wichtig sind zwei zusätzliche Rückstellungen: Steuern werden bei Selbstständigen ebenfalls nachträglich in Rechnung gestellt, und die AHV-Beiträge werden anfangs provisorisch erhoben und später definitiv nachgefordert — beides kann zu bösen Überraschungen führen, wenn man nicht laufend zurücklegt. Wer Geschäfts- und Privatkonten sauber trennt und diese Rückstellungen diszipliniert bildet, hat die finanzielle Stabilität, die der Selbstständigkeit sonst fehlt.
Wo die Regel bricht
Die Höhe der nötigen Reserve hängt vom Geschäftsmodell ab: Wer stabile, wiederkehrende Einnahmen und wenige grosse Kunden hat, trägt ein anderes Risiko als jemand mit stark schwankenden Projektaufträgen. Bei einer Nebenerwerbs-Selbstständigkeit mit sicherem Haupteinkommen ist die Reserve weniger kritisch. Wichtig ist auch, das Geschäftsrisiko nicht mit dem privaten Notgroschen zu vermischen — idealerweise gibt es eine private Reserve für den Lebensunterhalt und eine geschäftliche Liquiditätsreserve für Betriebskosten. Die AHV-Falle verdient besondere Aufmerksamkeit: Weil die definitiven Beiträge oft erst Jahre später und rückwirkend festgelegt werden, kann eine erhebliche Nachforderung kommen, auf die man vorbereitet sein muss. Die Regel ist ein robuster Rahmen, den man an das eigene Geschäftsmodell anpassen sollte.
Reserven aufbauen
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Wie viel Notgroschen brauchen Selbstständige?
Als Faustregel 6–12 Monatsausgaben — mehr als Angestellte, weil das Einkommen schwankt und keine Arbeitslosenversicherung greift. Dazu kommen separate Rückstellungen für Steuern und AHV.
Warum ist die AHV bei Selbstständigen ein Thema?
Weil die AHV-Beiträge anfangs provisorisch erhoben und später definitiv nachgefordert werden — oft Jahre später und rückwirkend. Ohne Rückstellung kann eine erhebliche Nachforderung zur bösen Überraschung werden.
Soll ich Geschäfts- und Privatkonto trennen?
Ja, unbedingt — getrennte Konten für Geschäft und privat schaffen Überblick und erleichtern Buchhaltung, Steuern und die Trennung von privater Reserve und geschäftlicher Liquidität.
Leutrim Miftaraj
Gründer · Innopulse Consulting GmbH
Unternehmer und Finanzbildungs-Enthusiast. Gründer von BudgetHub und dem Budgetwissen-Netzwerk. Ziel: Schweizer Finanzwissen verständlich machen — für alle.
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