Wie lange reicht mein Erspartes im Alter?
Die Reichweite ergibt sich aus dem Kapital geteilt durch die jährliche Entnahmelücke, korrigiert um Rendite und Teuerung. Bei CHF 300'000 und einer Lücke von CHF 1'200 pro Monat reicht das Kapital rechnerisch gut zwanzig Jahre — Teuerung verkürzt diesen Zeitraum spürbar.
Die wichtigsten Zahlen
Rechenbeispiel
| Position | Wert |
|---|---|
| Vorhandenes Kapital | CHF 300'000 |
| Monatliche Lücke | CHF 1'200 |
| Jährliche Entnahme | CHF 14'400 |
| Reichweite ohne Rendite | rund 20,8 Jahre |
| Mit 2 % Teuerung | spürbar kürzer |
Warum vorsichtig gerechnet werden muss
Die Lebenserwartung ab 65 ist in der Schweiz hoch, und die Planung sollte nicht am Durchschnitt, sondern am oberen Ende ansetzen — das Risiko, das Kapital zu überleben, ist das eigentliche Problem. Ebenso gehört die Teuerung in die Rechnung: Bei 2 Prozent jährlicher Teuerung verliert eine feste Entnahme über zwanzig Jahre erheblich an Kaufkraft, oder die nominale Entnahme muss steigen.
Die Phasen des Ruhestands
Die Ausgaben verlaufen typischerweise nicht linear: In den ersten aktiven Jahren sind Reisen und Freizeit höher, danach sinken sie, und in der letzten Phase steigen Gesundheits- und allenfalls Pflegekosten stark. Eine Planung mit konstanter Entnahme unterschätzt deshalb die frühen und die späten Jahre gleichzeitig. Sinnvoll ist, die Pflegereserve separat zu halten und nicht in die Verzehrrechnung einzubeziehen.
Was die Reichweite verlängert
Ein Teil des Kapitals bleibt investiert, statt vollständig auf dem Konto zu liegen — bei langem Horizont ist das trotz Schwankung sinnvoll. Zweitens ist eine Rente statt Kapital für den Grundbedarf eine Absicherung gegen Langlebigkeit. Drittens wirkt die Wohnsituation am stärksten: Eine kleinere Wohnung oder ein Verkauf des Eigenheims verändert die Rechnung mehr als jede Renditeannahme.
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- Welche Entnahmerate ist sicher?
- Es gibt keine garantierte Rate. Verbreitet sind vorsichtige Annahmen im tiefen einstelligen Prozentbereich pro Jahr, angepasst an Portfolio und Restlebenserwartung.
- Soll ich im Alter noch investiert bleiben?
- Ein Teil ja, wenn der Grundbedarf über Renten gedeckt ist. Das Geld für die nächsten Jahre gehört jedoch liquide, damit kein Verkauf im Abschwung nötig wird.
- Wie plane ich Pflegekosten ein?
- Als separate Reserve, nicht als Teil des laufenden Verzehrs. Reichen Vermögen und Rente nicht, greifen Ergänzungsleistungen — auch für Heimkosten.
Grundlagen und Quellen
- BFS — Lebenserwartung ab 65 — Planungsgrundlage für die Restlebensdauer
- ELG — Ergänzungsleistungen — Deckung bei nicht ausreichendem Vermögen, auch im Heim
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Leutrim Miftaraj
Gründer · Innopulse Consulting GmbH
Unternehmer und Finanzbildungs-Enthusiast. Gründer von BudgetHub und dem Budgetwissen-Netzwerk. Ziel: Schweizer Finanzwissen verständlich machen — für alle.
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