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Latte-Faktor

Die Regel in einem Satz

Der Latte-Faktor: Tägliche Kleinausgaben mit 365 multiplizieren und über Jahrzehnte mit Zinseszins hochrechnen — der tägliche CHF-5-Kaffee kostet so CHF 1'825 pro Jahr und über 20 Jahre investiert rund CHF 63'000 an entgangenem Vermögen.

Keine Werbung🇨🇭Schweiz-spezifisch📅Stand 2026🔍Quellenbasiert

📐 Die Regel: Tagesausgabe × 365 × Zinseszins

CHF 1'825/Jahr
CHF 5/Tag
~CHF 63'000
In 20 J. investiert (5 %)
David Bach
Herkunft
Fixkosten sind der grössere Hebel
Berechtigte Kritik

Rechenbeispiel

PositionWert
Kaffee + Gipfeli täglich (CHF 7)CHF 2'555/Jahr
Mittagessen auswärts statt Meal-Prep (CHF 10 Differenz)CHF 2'400/Jahr
2 Lieferdienst-Bestellungen/Woche (CHF 15 Aufpreis)CHF 1'560/Jahr
Alle drei zusammen, 20 J. investiert> CHF 220'000

Warum die Regel funktioniert

Sie macht Unsichtbares sichtbar: CHF 5 fühlen sich nach nichts an, CHF 1'825 pro Jahr nach einer Südostasien-Reise, CHF 63'000 nach einem Teil der Eigenmittel fürs Haus. Diese Umrechnung ist mathematisch korrekt und didaktisch brillant — sie lehrt Zinseszins-Denken am Alltagsobjekt. Und sie trifft eine reale Schwäche: Gewohnheitsausgaben laufen unbewusst, werden nie hinterfragt und summieren sich bei vielen Haushalten auf CHF 300–600 pro Monat, die niemand bewusst «entschieden» hat.

Wo die Regel bricht

Die Kritik ist berechtigt: Wer beim Kaffee knausert, aber CHF 600 zu viel Miete, eine unoptimierte Krankenkasse und ein überdimensioniertes Auto hat, optimiert die Kommastellen und ignoriert die Vorzeichen. Die grossen Schweizer Hebel — Wohnen, KK-Prämien/Franchise, Mobilität, Steuern — bewegen pro Entscheid mehr als hundert Kaffees. Ausserdem hat Verzicht Grenznutzen: Der Kaffee mit Kollegen kann sozial mehr wert sein als CHF 5. Die kluge Anwendung: erst Fixkosten optimieren, dann die zwei, drei unbewussten Gewohnheiten streichen, die dir ehrlich nichts bedeuten — und den Rest geniessen, ohne Buchhalter-Schuldgefühl.

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Häufige Fragen

Ist der Latte-Faktor widerlegt?

Die Mathematik nicht, die Gewichtung schon: Finanzforschung und Budgetberatung sind sich einig, dass Fixkosten («big wins») den Vermögensaufbau stärker bestimmen als Kleinausgaben. Der Faktor bleibt als Bewusstseins-Werkzeug wertvoll.

Welche Kleinausgaben lohnen den Blick wirklich?

Die unbewussten Abos (Streaming, Apps, Mitgliedschaften), tägliche Convenience-Aufpreise und Lieferdienst-Gebühren — zusammen oft CHF 150–400/Monat. Einmal jährlich die Kontoauszüge nach wiederkehrenden Kleinbeträgen durchkämmen.

Wie rechne ich meinen persönlichen Latte-Faktor?

Eine Gewohnheitsausgabe pro Tag/Woche identifizieren, aufs Jahr hochrechnen und mit dem Faktor 34 multiplizieren (20 Jahre, 5 % Rendite) für den Langzeit-Effekt. Dann ehrlich entscheiden: Ist es das wert? Manchmal ja!

LM

Leutrim Miftaraj

Gründer · Innopulse Consulting GmbH

Unternehmer und Finanzbildungs-Enthusiast. Gründer von BudgetHub und dem Budgetwissen-Netzwerk. Ziel: Schweizer Finanzwissen verständlich machen — für alle.

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