Versicherungs-Priorität-Regel
Die Versicherungs-Priorität-Regel: Versichere nur Risiken, die dich finanziell ruinieren könnten (existenzielle Risiken), und trage kleine, verkraftbare Schäden selbst. Wichtig sind Kranken-, Haftpflicht- und Erwerbsausfall-/Todesfallabsicherung; verzichtbar sind oft Klein- und Sachversicherungen für leicht ersetzbare Dinge.
📐 Die Regel: Existenzielle Risiken versichern, kleine selbst tragen
Rechenbeispiel
| Position | Wert |
|---|---|
| Existenzielles Risiko (z. B. Haftpflicht) | versichern |
| Erwerbsausfall (Familie, Alleinverdiener) | prüfen/versichern |
| Handy-/Geräteversicherung | meist selbst tragen |
| Prinzip | nur Ruin-Risiken absichern |
Warum die Regel funktioniert
Der Sinn einer Versicherung ist, ein Risiko abzudecken, das man selbst nicht tragen könnte. Genau daran orientiert sich die Priorität-Regel: Versichere existenzbedrohende Risiken — solche, die dich oder deine Familie finanziell ruinieren würden — und trage kleine, verkraftbare Schäden selbst. Existenziell sind etwa hohe Haftpflichtschäden (Privathaftpflicht), Krankheitskosten (obligatorische Grundversicherung) und, bei Familien oder Alleinverdienern, der Wegfall des Einkommens durch Erwerbsunfähigkeit oder Tod. Diese gehören abgesichert. Kleine Risiken dagegen — ein kaputtes Handy, ein verlorener Gegenstand, eine kleine Reparatur — kann man selbst tragen; sie zu versichern kostet über die Prämien meist mehr, als man je zurückbekommt, weil der Versicherer an diesen Policen verdient. Die Regel spart Geld, indem sie Versicherungen auf das Wesentliche reduziert.
Wo die Regel bricht
Die Abgrenzung zwischen «existenziell» und «verkraftbar» ist individuell und hängt vom Vermögen ab: Wer keinen Notgroschen hat, für den kann auch ein mittlerer Schaden bedrohlich sein — für ihn ist mehr Versicherung sinnvoll, bis das finanzielle Polster steht. Umgekehrt kann Vermögende auf viele Versicherungen verzichten, weil sie Schäden selbst tragen können («Selbstversicherung»). Manche Versicherungen sind zudem obligatorisch (Kranken-Grundversicherung, Autohaftpflicht, teils Gebäudeversicherung) und damit ohnehin Pflicht. Bei Sachversicherungen (Hausrat) hängt der Nutzen vom Wert des Besitzes ab. Wichtig ist auch, bestehende Versicherungen regelmässig zu prüfen — oft ist man doppelt versichert oder zahlt für Deckungen, die man nicht mehr braucht. Die Regel ist ein Leitprinzip zum Aussortieren, ersetzt aber nicht die Prüfung des Einzelfalls und der obligatorischen Deckungen.
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Welche Versicherungen brauche ich wirklich?
Die, die existenzbedrohende Risiken abdecken: die obligatorische Krankenversicherung, die Privathaftpflicht und — bei Familien oder Alleinverdienern — die Absicherung von Erwerbsausfall und Todesfall. Kleine Risiken trägt man besser selbst.
Welche Versicherungen sind oft überflüssig?
Versicherungen für kleine, verkraftbare und leicht ersetzbare Schäden (Handy-, Geräteversicherungen, viele Garantieverlängerungen). Sie kosten über die Prämien meist mehr, als man je zurückbekommt.
Soll ich kleine Risiken selbst tragen?
Ja, wenn du einen Notgroschen hast — kleine Schäden selbst zu tragen ist günstiger als sie zu versichern. Ohne finanzielles Polster kann aber auch ein mittlerer Schaden bedrohlich sein; dann ist mehr Absicherung sinnvoll.
Leutrim Miftaraj
Gründer · Innopulse Consulting GmbH
Unternehmer und Finanzbildungs-Enthusiast. Gründer von BudgetHub und dem Budgetwissen-Netzwerk. Ziel: Schweizer Finanzwissen verständlich machen — für alle.
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