10x-Lebensversicherungs-Regel
Die 10x-Regel: Wer eine Familie finanziell absichert, wählt als Todesfallsumme der Risikolebensversicherung rund das Zehnfache des Bruttojahreslohns — bei CHF 90'000 also etwa CHF 900'000. In der Schweiz darf man Witwen-/Waisenrenten von AHV und Pensionskasse davon abziehen.
📐 Die Regel: Todesfallsumme ≈ 10 × Jahreslohn − Rentenansprüche
Rechenbeispiel
| Position | Wert |
|---|---|
| Bruttolohn CHF 95'000 → Grundbedarf | CHF 950'000 |
| − kapitalisierte AHV/PK-Hinterlassenenleistungen | − CHF 300'000–500'000 |
| − vorhandenes Vermögen | − CHF 100'000 |
| Sinnvolle Todesfallsumme | ~CHF 350'000–550'000 |
Warum die Regel funktioniert
Der Tod des Hauptverdieners ist das grösste unversicherte Finanzrisiko junger Familien — grösser als jeder Börsencrash. Die 10x-Regel liefert eine schnelle, eher grosszügige Zielgrösse, die typischerweise reicht, um Hypothek zu amortisieren, die Betreuungsjahre zu überbrücken und Ausbildungen zu sichern. Ihre wichtigste Botschaft ist die Instrumentenwahl: reine Risikoversicherung (nur Todesfallschutz, kein Sparanteil) — die kostet für Gesunde erstaunlich wenig, weil sie nichts vermischt. Todesfallschutz und Vermögensaufbau gehören getrennt: versichern über die Police, sparen über 3a und Depot.
Wo die Regel bricht
Die Schweiz hat ein starkes Sockelnetz: AHV-Witwen-/Witwer- und Waisenrenten plus PK-Hinterlassenenleistungen (Vorsorgeausweis lesen!) decken oft schon 40–60 % des Bedarfs — die pauschalen 10x führen dann zu teurer Überversicherung. Umgekehrt unterschätzt die Regel Konstellationen ohne Netz: Konkubinatspaare (keine AHV-Witwenrente, PK-Begünstigung nur auf Anmeldung!), Selbständige ohne PK und Alleinerziehende brauchen eher mehr und vor allem sauber geregelte Begünstigungen. Und Kinderlose ohne abhängige Partner brauchen meist gar keine Todesfallversicherung — dort ist die Prämie besser in Erwerbsunfähigkeits-Absicherung investiert, das statistisch relevantere Risiko.
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Konstante oder abnehmende Todesfallsumme?
Der Bedarf sinkt mit den Jahren (Hypothek amortisiert, Kinder werden selbständig, Vermögen wächst) — abnehmende Summen sind günstiger und meist bedarfsgerecht. Alternativ: Laufzeit bis zum geplanten «Kinder sind durch»-Jahr wählen.
Was ist mit der Erwerbsunfähigkeit?
Statistisch wahrscheinlicher als der frühe Tod — und in der Schweiz oft schlechter gedeckt (IV + PK lassen gerade bei Krankheit Lücken). Eine Erwerbsausfallrente gehört vor oder mindestens neben die Todesfallpolice geprüft.
Braucht es die Police fürs Hypothek-Okay?
Banken verlangen sie teils bei knapper Tragbarkeit über eine Person. Unabhängig davon gilt: Wer eine Familie und eine Millionenhypothek hat, sollte den Todesfall durchgerechnet haben — die Regel liefert die Startzahl.
Leutrim Miftaraj
Gründer · Innopulse Consulting GmbH
Unternehmer und Finanzbildungs-Enthusiast. Gründer von BudgetHub und dem Budgetwissen-Netzwerk. Ziel: Schweizer Finanzwissen verständlich machen — für alle.
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