BW
🛡️

10x-Lebensversicherungs-Regel

Die Regel in einem Satz

Die 10x-Regel: Wer eine Familie finanziell absichert, wählt als Todesfallsumme der Risikolebensversicherung rund das Zehnfache des Bruttojahreslohns — bei CHF 90'000 also etwa CHF 900'000. In der Schweiz darf man Witwen-/Waisenrenten von AHV und Pensionskasse davon abziehen.

Keine Werbung🇨🇭Schweiz-spezifisch📅Stand 2026🔍Quellenbasiert

📐 Die Regel: Todesfallsumme ≈ 10 × Jahreslohn − Rentenansprüche

10 × Bruttojahreslohn
Grundformel
AHV-/PK-Hinterlassenenrenten
Schweiz-Abzug
reine Risikoversicherung
Instrument
oft CHF 20–50/Monat
Kosten (gesund, 35)

Rechenbeispiel

PositionWert
Bruttolohn CHF 95'000 → GrundbedarfCHF 950'000
− kapitalisierte AHV/PK-Hinterlassenenleistungen− CHF 300'000–500'000
− vorhandenes Vermögen− CHF 100'000
Sinnvolle Todesfallsumme~CHF 350'000–550'000

Warum die Regel funktioniert

Der Tod des Hauptverdieners ist das grösste unversicherte Finanzrisiko junger Familien — grösser als jeder Börsencrash. Die 10x-Regel liefert eine schnelle, eher grosszügige Zielgrösse, die typischerweise reicht, um Hypothek zu amortisieren, die Betreuungsjahre zu überbrücken und Ausbildungen zu sichern. Ihre wichtigste Botschaft ist die Instrumentenwahl: reine Risikoversicherung (nur Todesfallschutz, kein Sparanteil) — die kostet für Gesunde erstaunlich wenig, weil sie nichts vermischt. Todesfallschutz und Vermögensaufbau gehören getrennt: versichern über die Police, sparen über 3a und Depot.

Wo die Regel bricht

Die Schweiz hat ein starkes Sockelnetz: AHV-Witwen-/Witwer- und Waisenrenten plus PK-Hinterlassenenleistungen (Vorsorgeausweis lesen!) decken oft schon 40–60 % des Bedarfs — die pauschalen 10x führen dann zu teurer Überversicherung. Umgekehrt unterschätzt die Regel Konstellationen ohne Netz: Konkubinatspaare (keine AHV-Witwenrente, PK-Begünstigung nur auf Anmeldung!), Selbständige ohne PK und Alleinerziehende brauchen eher mehr und vor allem sauber geregelte Begünstigungen. Und Kinderlose ohne abhängige Partner brauchen meist gar keine Todesfallversicherung — dort ist die Prämie besser in Erwerbsunfähigkeits-Absicherung investiert, das statistisch relevantere Risiko.

📊

Absicherungslücken systematisch prüfen

BudgetHub verschafft dir den Überblick über Einkommen, Fixkosten und Verpflichtungen — die Basis jeder ehrlichen Bedarfsrechnung.

BudgetHub kostenlos starten →

Häufige Fragen

Konstante oder abnehmende Todesfallsumme?

Der Bedarf sinkt mit den Jahren (Hypothek amortisiert, Kinder werden selbständig, Vermögen wächst) — abnehmende Summen sind günstiger und meist bedarfsgerecht. Alternativ: Laufzeit bis zum geplanten «Kinder sind durch»-Jahr wählen.

Was ist mit der Erwerbsunfähigkeit?

Statistisch wahrscheinlicher als der frühe Tod — und in der Schweiz oft schlechter gedeckt (IV + PK lassen gerade bei Krankheit Lücken). Eine Erwerbsausfallrente gehört vor oder mindestens neben die Todesfallpolice geprüft.

Braucht es die Police fürs Hypothek-Okay?

Banken verlangen sie teils bei knapper Tragbarkeit über eine Person. Unabhängig davon gilt: Wer eine Familie und eine Millionenhypothek hat, sollte den Todesfall durchgerechnet haben — die Regel liefert die Startzahl.

LM

Leutrim Miftaraj

Gründer · Innopulse Consulting GmbH

Unternehmer und Finanzbildungs-Enthusiast. Gründer von BudgetHub und dem Budgetwissen-Netzwerk. Ziel: Schweizer Finanzwissen verständlich machen — für alle.

Mehr erfahren →

Verwandte Faustregeln