Wie viel Prozent vom Lohn darf die Miete kosten?
Als Richtwert soll die Bruttomiete inklusive Nebenkosten höchstens ein Drittel des Bruttoeinkommens betragen — bei CHF 90'000 Jahreslohn also maximal CHF 2'500 pro Monat. Schweizer Vermieter prüfen genau diese Quote bei der Wohnungsbewerbung.
Die wichtigsten Zahlen
Rechenbeispiel
| Position | Wert |
|---|---|
| Bruttolohn pro Jahr | CHF 90'000 |
| Drittel davon (Jahresmiete) | CHF 30'000 |
| Monatlich (inkl. Nebenkosten) | CHF 2'500 |
| Netto verfügbar nach Miete (ca.) | CHF 3'800 |
Warum ausgerechnet ein Drittel
Die Drittelsregel stammt nicht aus der Budgetberatung, sondern aus der Vermieterpraxis: Wer mehr als ein Drittel des Bruttoeinkommens für Wohnen ausgibt, hat statistisch ein deutlich höheres Ausfallrisiko. Verwaltungen rechnen deshalb mechanisch Jahresmiete mal drei und vergleichen mit dem Bruttolohn im Bewerbungsdossier. Die Zahl entscheidet also nicht nur über dein Budget, sondern zuerst darüber, ob du die Wohnung überhaupt bekommst.
Wo die Regel bricht
In der Stadt Zürich, Genf und Zug ist ein Drittel für viele Haushalte schlicht nicht erreichbar — dort liegen Mietquoten von 35 bis 40 Prozent im Normalbereich. Umgekehrt ist die Regel bei hohen Einkommen zu grosszügig: Wer CHF 200'000 verdient, muss keine CHF 5'500 Miete zahlen, nur weil er dürfte. Und Doppelverdiener ohne Kinder können die Quote bewusst überziehen, weil ihre übrigen Fixkosten proportional kleiner sind.
Die ehrlichere Rechnung
Aussagekräftiger als die Bruttoquote ist die Belastung nach Steuern: Nimm deinen Nettolohn, ziehe die Steuerrückstellung ab und schau, welcher Anteil davon in die Wohnung fliesst. Über 40 Prozent des versteuerten Nettolohns wird es eng — dann bleibt für Krankenkasse, Vorsorge und Unvorhergesehenes zu wenig übrig. Genau diese Zahl siehst du erst, wenn du deine Fixkosten einmal vollständig auflistest.
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- Zählen die Nebenkosten zur Drittelsregel?
- Ja. Vermieter rechnen mit der Bruttomiete, also Nettomiete plus Nebenkostenakonto. Wer nur die Nettomiete vergleicht, unterschätzt die eigene Belastung um typischerweise CHF 150 bis 300 pro Monat.
- Gilt die Regel auch bei Wohneigentum?
- Nein, dort gilt die Tragbarkeitsregel: Zins zum kalkulatorischen Satz von 5 Prozent plus 1 Prozent Unterhalt plus Amortisation dürfen zusammen höchstens ein Drittel des Bruttoeinkommens ausmachen.
- Was, wenn zwei Personen die Wohnung mieten?
- Die meisten Verwaltungen addieren beide Bruttoeinkommen, verlangen aber Solidarhaftung. Beide haften dann für die volle Miete — auch wenn eine Person auszieht.
Grundlagen und Quellen
- Bundesamt für Statistik — Haushaltsbudgeterhebung — Wohnkostenanteil Schweizer Haushalte im Zeitverlauf
- Übliche Dossierprüfung Schweizer Liegenschaftsverwaltungen — Jahresmiete × 3 als Einkommensgrenze
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Leutrim Miftaraj
Gründer · Innopulse Consulting GmbH
Unternehmer und Finanzbildungs-Enthusiast. Gründer von BudgetHub und dem Budgetwissen-Netzwerk. Ziel: Schweizer Finanzwissen verständlich machen — für alle.
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