Wie viel muss ich als Selbständiger zurücklegen?
Als Selbständigerwerbender solltest du rund 40 bis 50 Prozent deines Honorarumsatzes zurückstellen: AHV-Beiträge, Steuern, eigene Vorsorge und ein Puffer für auftragsschwache Monate. Die AHV-Schlussabrechnung ist dabei der am häufigsten unterschätzte Posten.
Die wichtigsten Zahlen
Rechenbeispiel
| Position | Wert |
|---|---|
| Honorarumsatz pro Monat | CHF 10'000 |
| AHV/IV/EO-Rückstellung | CHF 1'000 |
| Steuerrückstellung | CHF 1'800 |
| Vorsorge (Säule 3a) | CHF 1'200 |
| Auftragspuffer | CHF 800 |
| Verfügbar für Lebenshaltung | CHF 5'200 |
Warum die AHV so oft überrascht
Selbständige zahlen zunächst Akontobeiträge auf einer geschätzten Basis. Weicht das tatsächliche Einkommen nach oben ab, folgt eine Schlussabrechnung — teils mit erheblicher Nachzahlung und zeitversetzt um ein bis zwei Jahre. Wer die Akontozahlung als vollständige Belastung betrachtet, hat die Differenz nicht zurückgestellt. Bei einem guten Geschäftsjahr trifft die Nachzahlung dann in einem möglicherweise schwächeren Jahr ein.
Die fehlende zweite Säule
Ohne Anschluss an eine Pensionskasse entfällt die zweite Säule vollständig, inklusive Risikoschutz für Tod und Invalidität. Dafür darf in die Säule 3a bis zu 20 Prozent des Erwerbseinkommens eingezahlt werden, höchstens bis zum gesetzlichen Maximum. Ein freiwilliger Anschluss an eine Vorsorgeeinrichtung ist möglich und für viele die bessere Lösung, weil er auch Risikoleistungen umfasst.
Der Puffer für Auftragsflauten
Selbständige tragen das volle Einkommensrisiko ohne Arbeitslosenversicherung. Deshalb gilt statt drei ein Notgroschen von sechs bis zwölf Monatsausgaben — und die Rückstellungen für AHV und Steuern dürfen dafür nicht angetastet werden. Wer diese Trennung nicht sauber führt, verwechselt Rückstellung mit Reserve und steht bei der Schlussabrechnung ohne Deckung da.
Rückstellungen sauber trennen
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- Bin ich gegen Unfall versichert?
- Nicht automatisch. Selbständige müssen sich freiwillig versichern, sonst laufen Unfallkosten über die Krankenkasse — dort ist die Deckung anders ausgestaltet und ein Erwerbsausfall nicht gedeckt.
- Brauche ich eine Krankentaggeldversicherung?
- Sie ist freiwillig, aber für die meisten Selbständigen zentral: Bei längerer Krankheit gibt es sonst keinerlei Lohnersatz. Die Wartefrist bestimmt Prämie und Schutzniveau.
- Wie wird die Selbständigkeit anerkannt?
- Die Ausgleichskasse prüft die Selbständigkeit anhand von Kriterien wie eigenem Marktauftritt, mehreren Auftraggebern und unternehmerischem Risiko. Ohne Anerkennung gilt man als unselbständig erwerbend.
Grundlagen und Quellen
- AHVG Art. 8 f. — Beiträge Selbständigerwerbender — Sinkende Beitragsskala bei tiefen Einkommen
- BVV 3 Art. 7 — Beitragslimiten ohne Vorsorgeeinrichtung — 20 Prozent des Erwerbseinkommens bis Maximum
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Leutrim Miftaraj
Gründer · Innopulse Consulting GmbH
Unternehmer und Finanzbildungs-Enthusiast. Gründer von BudgetHub und dem Budgetwissen-Netzwerk. Ziel: Schweizer Finanzwissen verständlich machen — für alle.
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