Wie viel Geld sollte man monatlich sparen?
Als Richtwert gelten 10 bis 20 Prozent des Nettolohns — bei CHF 6'000 netto also CHF 600 bis 1'200 pro Monat. Wichtiger als die Höhe ist die Reihenfolge: Der Sparbetrag geht am Zahltag weg, nicht am Monatsende.
Die wichtigsten Zahlen
Rechenbeispiel
| Position | Wert |
|---|---|
| Nettolohn | CHF 6'000 |
| Säule 3a (Maximum monatlich) | CHF 605 |
| Notgroschen-Aufbau | CHF 300 |
| Freies Sparen / ETF | CHF 295 |
| Total Sparquote 20 % | CHF 1'200 |
Warum die Reihenfolge alles entscheidet
Wer am Monatsende spart, was übrig bleibt, spart im Durchschnitt fast nichts — weil Ausgaben sich zuverlässig ausdehnen, bis das Konto leer ist. Der einzige Mechanismus, der über Jahre funktioniert, ist der Dauerauftrag am Zahltag auf ein separates Konto. Das Geld ist dann sichtbar weg, bevor es zur Verfügung stand. Diese Umstellung bringt bei den meisten Haushalten mehr als jede Sparanstrengung im Alltag.
Was in der jeweiligen Lebensphase realistisch ist
In den Zwanzigern ohne Kinder und mit tiefer Miete sind 25 bis 30 Prozent möglich und der beste Zeitpunkt dafür, weil der Zinseszins noch vierzig Jahre Zeit hat. Mit kleinen Kindern und einem reduzierten Pensum fällt die Quote oft auf 5 Prozent oder null — das ist normal und kein Scheitern. Ab etwa fünfzig, wenn die Kinderkosten wegfallen und der Lohn am höchsten ist, sind 30 Prozent und mehr erreichbar; diese Phase entscheidet über die Vorsorgelücke.
Wo die Prozentregel in die Irre führt
Bei tiefen Einkommen ist 20 Prozent unmöglich, ohne an Krankenkasse oder Ernährung zu sparen — dort ist die richtige Frage nicht die Sparquote, sondern welche Fixkosten überhaupt gesenkt werden können und ob Prämienverbilligung beantragt ist. Bei sehr hohen Einkommen ist 20 Prozent dagegen zu wenig: Wer CHF 12'000 netto verdient, kann meist 40 Prozent sparen, weil Fixkosten nicht mitwachsen.
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- Zählt die Säule 3a zur Sparquote?
- Ja. Die 3a-Einzahlung ist gebundenes Sparen und gehört in die Quote. Der Maximalbetrag von CHF 7'258 pro Jahr für Angestellte entspricht rund CHF 605 pro Monat und füllt bei CHF 6'000 Netto bereits die halbe 20-Prozent-Quote.
- Zählt Amortisation der Hypothek als Sparen?
- Die indirekte Amortisation über die Säule 3a ja, weil das Kapital dir gehört. Die direkte Amortisation reduziert Schulden und erhöht das Vermögen ebenfalls — sie ist Sparen, nur unflexibel gebunden.
- Was, wenn ich gerade gar nichts sparen kann?
- Dann ist CHF 50 pro Monat der richtige Start. Der Effekt ist nicht der Betrag, sondern dass der Mechanismus existiert und bei der nächsten Lohnerhöhung nur noch die Zahl im Dauerauftrag geändert werden muss.
Grundlagen und Quellen
- Bundesamt für Statistik — Haushaltsbudgeterhebung — Durchschnittliche Sparbeträge Schweizer Haushalte nach Einkommensklasse
- BSV — Beitragslimiten Säule 3a — Maximalbetrag für Personen mit Pensionskasse
Redaktionell aufbereitete Information ohne Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Alle Beträge sind Richtwerte für 2026 und können je nach Kanton, Anbieter und persönlicher Situation abweichen. Keine Provisionen, keine bezahlten Platzierungen. Zur Methodik · Fehler melden
Leutrim Miftaraj
Gründer · Innopulse Consulting GmbH
Unternehmer und Finanzbildungs-Enthusiast. Gründer von BudgetHub und dem Budgetwissen-Netzwerk. Ziel: Schweizer Finanzwissen verständlich machen — für alle.
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