Wie viel darf das Auto vom Budget kosten?
Alle Mobilitätskosten zusammen sollten 15 Prozent des Nettoeinkommens nicht übersteigen — bei CHF 6'000 netto also maximal CHF 900 pro Monat. Ein Mittelklassewagen kostet in der Schweiz vollkostengerechnet CHF 750 bis 950 monatlich.
Die wichtigsten Zahlen
Rechenbeispiel
| Position | Wert |
|---|---|
| Wertverlust (Amortisation) | CHF 380 |
| Versicherung, Steuern | CHF 145 |
| Treibstoff / Strom | CHF 150 |
| Service, Reifen, Reparaturen | CHF 130 |
| Parkplatz | CHF 120 |
| Total Vollkosten | CHF 925 |
Der Posten, der in keiner Rechnung auftaucht
Die meisten Autobesitzer nennen auf Nachfrage Treibstoff und Versicherung — zusammen etwa ein Drittel der echten Kosten. Der grösste Posten ist der Wertverlust: Ein Neuwagen für CHF 35'000 ist nach fünf Jahren noch rund CHF 18'000 wert, das sind CHF 280 pro Monat, die niemand überweist und die trotzdem verschwinden. Erst mit diesem Posten wird die Zahl ehrlich.
Warum 15 Prozent und nicht mehr
Mobilität ist eine Fixkostenkategorie, die kaum Rückbaumöglichkeit hat: Leasing läuft, Versicherung läuft, Parkplatz läuft. Wer über 15 Prozent liegt, hat einen grossen unflexiblen Block, der bei Einkommensausfall sofort zum Problem wird. In ländlichen Regionen mit schlechtem ÖV-Anschluss ist eine höhere Quote unvermeidlich — dann muss aber an anderer Stelle Luft sein.
Wann sich das Auto rechnerisch nicht lohnt
Unter etwa 8'000 Kilometern pro Jahr ist die Kombination aus Generalabonnement, gelegentlichem Mietwagen und Carsharing in aller Regel günstiger — bei CHF 925 Vollkosten monatlich stehen jährlich CHF 11'100 zur Verfügung, ein GA zweiter Klasse kostet einen Bruchteil davon. Der Vergleich fällt nur zugunsten des Autos aus, wenn Arbeitsweg, Kinderlogistik oder Beruf es erzwingen.
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- Ist Leasing günstiger als Kauf?
- In der Vollkostenrechnung meist nicht. Leasing macht den Wertverlust nur sichtbar und planbar, verteuert ihn aber um die Finanzierungskosten und verlangt oft eine Vollkaskoversicherung.
- Wie rechne ich meine eigenen Vollkosten aus?
- Kaufpreis minus geschätzter Restwert, geteilt durch die Haltedauer in Monaten, plus alle laufenden Kosten. Wer den Wertverlust weglässt, unterschätzt die Kosten typischerweise um die Hälfte.
- Sind Elektroautos günstiger im Unterhalt?
- Bei Energie und Service ja, beim Wertverlust bisher nicht durchgehend — er ist bei vielen Modellen höher als bei Verbrennern. Die Gesamtrechnung hängt stark vom Modell und vom Ladeort ab.
Grundlagen und Quellen
- TCS — Kilometerkosten-Berechnung — Vollkostenmethodik für Personenwagen in der Schweiz
- Bundesamt für Statistik — Verkehrsausgaben der Haushalte — Anteil Mobilität am Haushaltsbudget
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Leutrim Miftaraj
Gründer · Innopulse Consulting GmbH
Unternehmer und Finanzbildungs-Enthusiast. Gründer von BudgetHub und dem Budgetwissen-Netzwerk. Ziel: Schweizer Finanzwissen verständlich machen — für alle.
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