Wie fange ich mit ETF an?
Der Einstieg funktioniert in fünf Schritten: Notgroschen aufbauen, teure Schulden tilgen, Depot bei einem günstigen Anbieter eröffnen, einen breit diversifizierten Welt-ETF wählen und per Dauerauftrag monatlich kaufen. Ein Startbetrag von CHF 100 bis 200 pro Monat genügt.
Die wichtigsten Zahlen
Was vor dem ersten Kauf erledigt sein muss
Drei Monatsausgaben als Notgroschen auf einem separaten Konto und keine Konsumschulden zu zweistelligen Zinssätzen. Beides ist keine Formalität: Ohne Reserve muss bei der ersten Panne verkauft werden, statistisch häufig zum ungünstigsten Zeitpunkt. Und kein ETF liefert zuverlässig die Rendite, die ein Kleinkredit an Zinsen frisst. Wer diese beiden Punkte überspringt, baut auf Sand.
Ein Fonds reicht
Ein breit diversifizierter Welt-ETF deckt tausende Unternehmen in dutzenden Ländern ab — das ist für die allermeisten Privatanleger vollständig ausreichend. Mehr Fonds bedeuten mehr Transaktionskosten und mehr Entscheidungen, ohne dass die Streuung wesentlich zunimmt. Wer einen Heimatmarktanteil wünscht, ergänzt einen Schweizer Index — mehr als zwei Positionen braucht ein Einsteigerportfolio nicht.
Der Fehler, der am meisten kostet
Nicht die Fondsauswahl, sondern das Aussetzen bei fallenden Kursen. Genau dann kauft der Sparplan am günstigsten ein. Wer den Dauerauftrag im Abschwung stoppt, verliert den grössten Teil des Effekts, für den er das Risiko überhaupt eingegangen ist. Deshalb gilt: die Rate so wählen, dass sie auch in einem schlechten Jahr nicht angetastet werden muss.
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- Brauche ich ein Schweizer Depot?
- Nicht zwingend, aber es vereinfacht Steuererklärung, Verrechnungssteuer und Einlagensicherung. Die Gebührenunterschiede zwischen Anbietern sind grösser als die Unterschiede zwischen Fonds — vergleichen lohnt sich.
- Ausschüttend oder thesaurierend?
- Thesaurierend legt Erträge automatisch wieder an und spart Transaktionen. Steuerlich werden in der Schweiz auch nicht ausgeschüttete Erträge als Einkommen erfasst — der Unterschied ist deshalb geringer als oft angenommen.
- Wie viel Rendite darf ich erwarten?
- Historisch lagen breite Aktienmärkte langfristig im mittleren einstelligen Prozentbereich pro Jahr, mit erheblichen Schwankungen. Für die Planung ist ein vorsichtiger Wert besser als ein optimistischer.
Grundlagen und Quellen
- ESTV — Besteuerung von Wertschriftenerträgen — Erträge steuerbar, Kapitalgewinne im Privatvermögen steuerfrei
- FINMA — Anlegerschutz und Fondsaufsicht — Regulatorischer Rahmen für in der Schweiz vertriebene Fonds
Redaktionell aufbereitete Information ohne Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Alle Beträge sind Richtwerte für 2026 und können je nach Kanton, Anbieter und persönlicher Situation abweichen. Keine Provisionen, keine bezahlten Platzierungen. Zur Methodik · Fehler melden
Leutrim Miftaraj
Gründer · Innopulse Consulting GmbH
Unternehmer und Finanzbildungs-Enthusiast. Gründer von BudgetHub und dem Budgetwissen-Netzwerk. Ziel: Schweizer Finanzwissen verständlich machen — für alle.
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