Franchise-Faustregel (Krankenkasse)
Die Franchise-Faustregel: Wähle die höchste Franchise (CHF 2'500), wenn deine erwarteten Gesundheitskosten unter rund CHF 2'000 pro Jahr liegen — und die tiefste (CHF 300), wenn sie klar darüber liegen. Die mittleren Franchisen lohnen sich fast nie.
📐 Die Regel: Gesund → 2'500 · krank → 300 · Mitte → nie
Rechenbeispiel
| Position | Wert |
|---|---|
| Prämie mit Franchise 300 (Beispiel) | CHF 460/Monat |
| Prämie mit Franchise 2'500 | CHF 350/Monat |
| Ersparnis pro Jahr | CHF 1'320 |
| Maximales Zusatzrisiko (2'200 Franchise-Differenz) | netto oft < CHF 900 |
Warum die Regel funktioniert
Die Rechnung ist ein seltener Fall von echter Entweder-oder-Mathematik: Die Prämienersparnis der 2'500er-Franchise ist fix und sicher, das Zusatzrisiko nach oben begrenzt (Differenz der Franchisen plus Selbstbehalt-Deckel). Wer im Schnitt weniger als den Kipppunkt an Arztkosten verursacht, gewinnt mit der hohen Franchise Jahr für Jahr — und legt die Ersparnis idealerweise auf ein Gesundheits-Unterkonto, bis dort einmal die volle Franchise liegt. Danach ist die hohe Franchise faktisch risikolos: Das Polster trägt den schlimmsten Fall, die Ersparnis läuft weiter.
Wo die Regel bricht
Sie setzt Liquidität voraus: Wer CHF 2'500 Franchise plus CHF 700 Selbstbehalt nicht notfalls stemmen könnte, kauft sich mit der Ersparnis ein Liquiditätsrisiko — dann ist die 300er trotz schlechterer Erwartungsrechnung die richtige Wahl. Chronische Erkrankungen, geplante Eingriffe, Schwangerschaft oder regelmässige Therapien kippen die Rechnung ohnehin klar zur tiefen Franchise (Wechsel per Ende November nicht verpassen!). Und die Regel verführt zum gefährlichsten Sparfehler im System: Arztbesuche aus Franchise-Angst aufzuschieben — aufgeschobene Abklärungen sind medizinisch und finanziell teurer als jede Prämiendifferenz.
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Warum lohnen sich mittlere Franchisen fast nie?
Weil die Prämienrabatte nicht linear verlaufen: Der grösste Rabattsprung liegt zwischen 300 und 2'500 — die Zwischenstufen kaufen wenig Risikoabbau für viel verschenkten Rabatt. Rechnerisch gewinnen fast immer die Extreme.
Gilt die Regel auch für Kinder?
Bei Kindern sind die Prämienunterschiede kleiner und Arztbesuche häufiger — dort fährt man mit Franchise 0–100 meist besser. Die Faustregel ist eine Erwachsenen-Regel.
Was gehört noch ins jährliche Krankenkassen-Update?
Grundversicherungs-Modell (Hausarzt/HMO/Telmed: 10–20 % Rabatt), Prämienvergleich über den offiziellen Rechner und die Prämienverbilligung des Kantons prüfen. Franchise + Modell + Anbieterwechsel zusammen sind oft CHF 1'500+ pro Jahr — der bestbezahlte Verwaltungsnachmittag der Schweiz.
Leutrim Miftaraj
Gründer · Innopulse Consulting GmbH
Unternehmer und Finanzbildungs-Enthusiast. Gründer von BudgetHub und dem Budgetwissen-Netzwerk. Ziel: Schweizer Finanzwissen verständlich machen — für alle.
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