3-Konten-Modell
Das 3-Konten-Modell trennt dein Geld physisch: ein Zahlkonto für Fixkosten und Alltag, ein Sparkonto für Ziele und Notgroschen, ein Spass-Konto für frei verfügbares Geld — verteilt per Dauerauftrag am Zahltag. Was auf dem Spass-Konto liegt, darf ohne schlechtes Gewissen weg.
📐 Die Regel: Zahlkonto · Sparkonto · Spass-Konto
Rechenbeispiel
| Position | Wert |
|---|---|
| Lohn CHF 6'500 aufs Zahlkonto | |
| Dauerauftrag → Sparkonto (20 %) | CHF 1'300 |
| Dauerauftrag → Spass-Konto | CHF 800 |
| Bleibt für Fixkosten + Haushalt | CHF 4'400 |
Warum die Regel funktioniert
Kontotrennung ersetzt Willenskraft durch Architektur: Der Kontostand des Spass-Kontos beantwortet die Frage «Kann ich mir das leisten?» in einer Sekunde und ohne Excel — bei null ist Pause, ohne dass Miete oder Sparziel je in Gefahr waren. Das Modell nutzt Mental Accounting (die menschliche Neigung, Geld in Töpfen zu denken) produktiv, statt sie zu bekämpfen. In der Schweiz ist die Umsetzung gratis bis fast gratis: Smartphone-Banken und viele Kantonalbanken bieten kostenlose Zweit- und Unterkonten («Spaces», «Töpfe») mit automatischen Regeln.
Wo die Regel bricht
Das Modell verwaltet Geldflüsse, heilt aber kein strukturelles Defizit: Wenn Fixkosten das Zahlkonto sprengen, hilft kein viertes Konto, sondern die Fixkosten-Sanierung. Paare brauchen zudem eine erweiterte Version (gemeinsames Haushaltskonto plus individuelle Spass-Konten — das «3+2-Modell»), sonst wird die Trennung zur Konfliktquelle. Und Vorsicht vor Konto-Inflation: Wer acht Töpfe mit Mikrobeträgen pflegt, verwaltet mehr als er spart. Drei bis vier Konten mit klaren Regeln schlagen jede ausgeklügelte Struktur, die nach drei Monaten niemand mehr pflegt.
Konten & Töpfe im Überblick
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Braucht es dafür verschiedene Banken?
Nein — Unterkonten bei derselben Bank reichen und vereinfachen die Daueraufträge. Nur der Notgroschen darf gern separat liegen: Eine kleine Zugriffshürde schützt vor dem Anknabbern.
Wo laufen Kreditkarte und Twint?
Konsequent übers passende Konto: Alltagskarte aufs Zahlkonto, eine separate Karte (oder Debitkarte) fürs Spass-Konto. Eine einzige Karte für alles unterläuft die ganze Trennung.
Was ist mit jährlichen Rechnungen?
Die brauchen einen eigenen Topf oder das Sparkonto mit Unterkategorie — nach der Jahresrechnungs-Regel: alle Jahresrechnungen zusammenzählen, durch 12 teilen, monatlich rüberschieben. Steuern, Serafe und Versicherungen hören auf, «Überraschungen» zu sein.
Leutrim Miftaraj
Gründer · Innopulse Consulting GmbH
Unternehmer und Finanzbildungs-Enthusiast. Gründer von BudgetHub und dem Budgetwissen-Netzwerk. Ziel: Schweizer Finanzwissen verständlich machen — für alle.
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